Milchmädchenrechnung



Es war einmal ein junges Mädchen, das auf den Jahrmarkt der Stadt ging. Dort wollte es sein Glück versuchen, kaufte sich ein Los und zog tatsächlich den Hauptgewinn - ein Säckchen voller Glückssteine. 
Dieses band es sich an seinen Gürtel und ging fröhlich zurück in sein Dorf und zu seiner Arbeitsstelle, einem Milchhäuschen, wo es die Milch der Bauern von den umliegenden Höfen an die Dorfbewohner verkaufte. Auf dem Weg wollte es darüber nachdenken, an wen und wie gewinnbringend es seine Glückssteine verkaufen würde. Gleichzeitig malte es sich in bunten Farben aus, was es sich dafür  alles leisten konnte.
Auf dem Weg kam es an einem Gatter vorbei, auf dem ein kleiner Kobold saß. "Einen schönen Tag junges Fräulein, wohin des Weges?", fragte der kleine Schelm mit lachenden Augen, der mit seinen alten ausgefransten Sachen doch sehr ärmlich aussah. "Was geht dich das an?", blaffte ihn das Mädchen an und zog eilends weiter.  Da der Weg über die Weide kürzer war, schickte es sich an, über das Gatter zu steigen. Nun weiß man aber, dass Kobolde gerne Schabernack treiben und deshalb wollte er diesem unfreundlichen Mädchen eine Lektion erteilen.

Unbemerkt von dem Mädchen, streifte das Säckchen einen Nagel, der just in dem Moment aus dem Gatter ragte, als es darüber kletterte.

Während es also über die Weide ging, und weiter träumerisch seine imaginären Geldstücke im Auge behielt, die sich auf wundersame Weise vermehrten und ihm ungeheuren Reichtum bescherten, fiel ein Glücksstein nach dem andern aus dem kleinen Loch, das der Nagel in das Säckchen gerissen hatte.

Als das Mädchen endlich in ihrem Milchhäuschen angekommen war und das Säckchen vom Gürtel nahm, war dieses leer. So blieb es arm, musste weiter die Milch der Bauern verkaufen und wurde dabei alt und grau und vielleicht auch ein bisschen weise ;-)



            Dazu lauten meine heutigen Zitate:



"Am besten rechnet man mit allem, dann verrechnet man sich weniger und die Rechnung geht eher auf"


  "Wenn die Rechnung nicht aufgeht,  bleibt so manche Tür verschlossen"




Bild und Text (c) Wortwerkstatt

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